


Petra Baum
Wenn Zukunft wieder vorstellbar wird.
Nach tiefen Wandlungsprozessen braucht es einen Moment des Innehaltens, des Aufatmens und der Neuorientierung. Die Tarotkarte Der Stern öffnet genau diesen Raum. In Verbindung mit astrologischen Qualitäten kann sie im Reading noch klarer zeigen, wie Hoffnung entsteht und Zukunft Gestalt annimmt.
In dieser Artikelreihe nutze ich astrologische Entsprechungen als Resonanzraum für die Großen Arkana. Sie verstehen sich als Impulse, nicht als Festlegungen. Die Zuordnungen orientieren sich an der plausiblen Zuordnung nach Hajo Banzhaf, die sich an der modernen Astrologie ausrichtet. Spüre selbst, was für dich stimmig ist.
In diesem Artikel richte ich den Blick auf die Verbindung von der Tarotkarte XVII – Der Stern und dem Tierkreiszeichen Wassermann.
Der Stern im Tarot – Orientierung nach der Krise
Die Karte Der Stern steht für Hoffnung, Vertrauen und eine neue Ausrichtung. Sie erscheint oft nach Phasen der Erschütterung oder des Umbruchs und weist auf eine Zukunft hin, die tragfähiger ist, als sie zum Zeitpunkt der Fragestellung vorstellbar scheint.
Im Tarot verweist der Stern unter anderem auf:
Der Stern verspricht keine schnellen Lösungen. Er schenkt Orientierung, nicht Gewissheit. Seine Kraft liegt darin, den Blick wieder nach vorn zu öffnen und an größere Zusammenhänge anzubinden – an etwas, das über den aktuellen Moment hinausweist.
Das Tierkreiszeichen Wassermann – Zukunft denken
Der Wassermann gehört zum Element Luft und richtet seine Aufmerksamkeit auf Entwicklung, Fortschritt und neue Denkmodelle. Seine Qualität ist visionär, unabhängig und auf Erneuerung ausgerichtet.
Zu seinen Stärken zählen:
Herausfordernd wird diese Energie, wenn sie den Kontakt zur inneren Ruhe verliert:
Der Wassermann denkt Zukunft nicht linear. Seine Herausforderung liegt darin, Vision und Vertrauen miteinander zu verbinden.
Wenn Wassermann und Stern sich im Reading begegnen
Trifft die Wassermann-Energie im Reading auf die Karte Der Stern, öffnet sich ein weiter Zukunftsraum. Hoffnung bekommt hier eine progressive, kreative Qualität. Es geht nicht darum, bekannte Wege zu optimieren, sondern neue Möglichkeiten zuzulassen.
Diese Verbindung unterstützt:
Der Wassermann hilft dem Stern, „out of the box“ zu denken. Zukunft darf hier anders aussehen als erwartet. Gleichzeitig macht diese Verbindung sensibel für die Gefahr, dem Prozess nicht zu vertrauen. Wenn Ungeduld übernimmt, wird jede Möglichkeit gedanklich durchgespielt – auch widersprüchliche – und die innere Ausrichtung geht verloren.
Je nach Legung kann diese Kombination Hoffnung stärken oder dazu auffordern, Visionen nicht zu zerdenken, sondern reifen zu lassen.
Mögliche unterstützende Impulse
Mögliche herausfordernde Impulse
Vertiefende Fragen für deine Tarotlegung
Die Verbindung von Wassermann und Der Stern kann dein Reading um folgende Fragen erweitern:
Wie stelle ich mir meine Zukunft wirklich vor – jenseits bekannter Muster?
Astrologie und Tarot eröffnen hier einen weiten, lichtvollen Deutungsraum. Diese Verbindung erinnert daran, dass Zukunft nicht geplant werden muss, um tragfähig zu sein – sondern vorstellbar, offen und innerlich angebunden.
Wenn du magst, nutze diese Impulse als Begleitung für deine Readings. Nicht als Versprechen, sondern als Einladung, Hoffnung neu zu denken.

Erschienen im Königsfurt-Urania Verlag.
Manchmal genügt ein erster Blick, um zu wissen, dass ein Kartenset eine eigene Welt eröffnet. Beim Lunar Magic Orakel von Alice Kendall, erschienen im Königsfurt-Urania Verlag, ist genau das der Fall. Schon die Gestaltung der Box vermittelt unmittelbar, worum es hier geht: um den Mond, seine Magie, seine Zyklen und seine stille Kraft. Farben, Symbole und Details greifen dieses Thema so selbstverständlich auf, dass man fast das Gefühl hat, bereits vor dem Öffnen in einen nächtlichen, mondbeschienenen Raum einzutreten.
Nimmt man die Karten heraus, bestätigt sich dieser Eindruck sofort. Sie sind sehr groß, aus festem Material, angenehm schwer und von einer ruhigen, matten Oberfläche, die den Blick nicht ablenkt, sondern sammelt. Der Goldrand verleiht ihnen eine besondere Wertigkeit und unterstreicht den magischen Charakter des Sets. Alles fühlt sich stimmig und hochwertig an.
Die Bildsprache ist verwunschen, mystisch und zugleich sehr liebevoll. Die Dunkelheit begleitet jede Karte, der Mond ist immer spürbar präsent - auch wenn er nicht immer sichtbar ist. Er ist verbindendes Element, das alle Karten miteinander verwebt. Dadurch entsteht ein Orakel, das sich geschlossen anfühlt, obwohl es inhaltlich sehr vielfältig ist.
Gerade diese Vielfalt empfinde ich als eine der großen Stärken des Lunar Magic Orakels. Es vereint unterschiedliche Mondthemen auf harmonische Weise: Mondkarten mit den verschiedenen Mondphasen, Mondtiere, Mondgöttinnen, Mondpflanzen und die zwölf Vollmonde des Jahres, die den einzelnen Monaten zugeordnet sind. Vom Wolfsmond im Januar über den Erdbeermond im Juni bis hin zum kalten Mond im Dezember spannt sich ein Jahreskreis, der sowohl intuitiv als auch zyklisch gelesen werden kann. Dadurch eröffnen sich viele Zugänge – von spontanen Impulsen bis hin zur begleitenden Arbeit über längere Zeiträume.
Das Begleitbuch vertieft diese Erfahrung noch einmal spürbar. Es ist nicht nur optisch sehr schön gestaltet, sondern auch inhaltlich außergewöhnlich ausführlich. Die Karten werden nicht auf kurze Schlagworte reduziert, sondern in ihrer Bedeutung und vor allem in ihrer spirituellen Botschaft entfaltet. Man wird eingeladen, sich mit der Karte zu verbinden, ihre Weisheit aufzunehmen und Impulse aus der Mondenergie mitzunehmen. Dadurch entsteht ein Gefühl von Tiefe und Mystik.
Gerne stelle ich einige Karten vor, die ihre Botschaft auf sehr klare, zugleich sanfte Weise transportieren. Der Delfin etwa steht für Freude, Erfolg, Leichtigkeit und Wohlbefinden. Seine Energie ist offen, positiv und fast ansteckend. Er erinnert daran, dass Glück kein fernes Ziel sein muss, sondern sich oft in den kleinen, lebendigen Momenten zeigt – und dass sich Dinge manchmal ganz selbstverständlich zum Guten wenden dürfen.
Auch der blaue Mond wirkt wie ein leiser, kosmischer Wink. Er steht für seltene Gelegenheiten, übernimmt die Besonderheit eines zweiten Vollmondes in einem Monat symbolisch als zweite Chancen und erfüllbare Wünsche. Diese Karte trägt eine besondere Glücksqualität in sich und ermutigt dazu, sich auf das Ungewisse einzulassen, wenn sich eine Tür öffnet – gerade dann, wenn man zögert.
Sehr spannend finde ich zudem die Mondpflanzen. Die Kokosnuss hätte ich im ersten Moment nicht intuitiv mit dem Mond in Verbindung gebracht. Umso stärker hat mich ihre Beschreibung und die Unteratützung von Ganesha abgeholt. Sie steht für Lösungen, für das Auflösen von Hindernissen und für Unterstützung auf dem eigenen Weg. Ihre Botschaft vermittelt Zuversicht und das Vertrauen, dass Hilfe oft näher ist, als man denkt.
Insgesamt entsteht der Eindruck eines Orakels, das nicht nur vielfältig, sondern auch sehr stimmig ist. Die Verbindung aus hochwertiger Gestaltung, tiefgehenden Texten und den unterschiedlichen Mondthemen macht das Lunar Magic Orakel zu einem Begleiter, der sehr inspiriert. Ein Orakel, das nicht laut spricht – sondern in leisen, magischen Bildern erinnert, dass alles im Leben seine Zeit hat.

Erschienen im Königsfurt-Urania Verlag
Es gibt Kartendecks, die man aufschlägt und sofort einordnen kann. Und es gibt jene, die sich diesem schnellen Zugriff entziehen. Das Autumn’s Embrace Lenormand von Irene Captijn, erschienen im Königsfurt-Urania Verlag, gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Es möchte liebevoll wahrgenommen und angenommen werden.
Dieses Lenormand spricht leise. Es drängt sich nicht auf, es fordert nichts ein. Stattdessen entfaltet es eine stille Präsenz, die an einen warmen Herbstnachmittag erinnert – an Licht, das weicher wird, an Farben, die tiefer und reifer erscheinen. Herbst ist hier keine melancholische Kulisse, sondern eine innere Haltung: gesammelt, ruhig, getragen von dem Wissen, dass nicht alles wachsen muss, um wertvoll zu sein.
Die Bildsprache ist naturverbunden und poetisch, dabei klar und zurückhaltend. Klassische Lenormand-Symbole bleiben deutlich erkennbar, sind jedoch eingebettet in Szenen, die Raum lassen – Raum für Empfindung, für Zwischentöne, für eigene Bilder. Nichts wirkt laut oder dramatisch. Vielmehr entsteht eine Atmosphäre, die umhüllt und einlädt, langsamer zu werden und sich einzulassen.
Auch haptisch unterstützt das Deck diese sanfte Qualität. Die Karten im klassischen kleinen Lenormand-Format liegen angenehm in der Hand, lassen sich leicht mischen und begleiten ein ruhiges, fließendes Arbeiten. Das beigefügte Booklet hält sich bewusst zurück. Es bietet Hinweise zu verschiedenen Legungen und Deutungsansätzen, ohne die Bilder festzulegen oder die eigene Intuition zu lenken. Alles darf offen bleiben.
Einige Karten berühren besonders, weil sie die Grundstimmung des Decks auf leise Weise verdichten. Die Sterne wirken hier nicht fern oder kühl, sondern weich und greifbar. Sie stehen weniger für große Visionen als für ein stilles inneres Vertrauen – für Orientierung, die von innen kommt.
Auch die Wege zeigen sich von einer sanften Seite. Die Weite des Bildes greift die klassische Bedeutung klar auf, doch die geschwungenen Linien erzählen von den verschlungenen Entwicklungen statt harten Entscheidungen, von Bewegung ohne Druck. Es ist eine Einladung, dem eigenen Rhythmus zu vertrauen. Ähnlich ruhig wirkt der Baum, der hier weniger als Symbol von Standhaftigkeit erscheint, sondern vielmehr für Geduld, Verwurzelung und leise Heilungsprozesse steht.
Eine zeitgemäße Besonderheit dieses Decks – und aller Lenormand-Decks von Irene Captijn – sind die zusätzlichen Personenkarten Mann und Frau, die das klassische Herr-/Dame-Paar ergänzen. Sie ermöglichen es, Beziehungen, familiäre Konstellationen oder soziale Gefüge differenzierter abzubilden, ohne Umwege, ganz selbstverständlich integriert.
Hinter dem Autumn’s Embrace Lenormand steht die niederländische Künstlerin Irene Captijn, deren Weg zu den Karten mit einem persönlichen Schicksalsschlag verbunden ist. Nach einer schweren Erkrankung im Jahr 2020 begann sie, sich intensiv mit Lenormand und anderen Orakelsystemen zu beschäftigen – nicht als Instrumente schneller Antworten, sondern als Begleiter innerer Prozesse. Aus diesem Weg heraus entstand zunächst das Sweet Blossom Lenormand, ihr erstes veröffentlichtes Deck, gefolgt vom Autumn’s Embrace Lenormand als zweitem Werk.
Beide Decks tragen ihre unverkennbare Handschrift: naturverbunden, sanft, offen und intuitiv. Für das kommende Jahr ist bereits ein weiteres Deck angekündigt – das Summer Serenade Lenormand, das diese Reihe fortsetzt und bestimmt einen lichten, sommerlichen Gegenpol zur herbstlichen Ruhe des Autumn’s Embrace bilden wird.
Am Ende bleibt der Eindruck eines Lenormand-Decks, das liebevoll umhüllt und begleitet. Ein Deck für Zwischentöne, für leise Einsichten und für Momente, in denen weniger Klarheit gesucht wird als Resonanz. Autumn’s Embrace Lenormand zeigt den Herbst nicht als Abschied, sondern als sanfte Umarmung – warm, reif und still.

Petra Baum
Wenn innere Klarheit tragfähig wird
Manche Verbindungen zwischen Tarot und Astrologie wirken leise – und entfalten gerade dadurch ihre Kraft. Die Großen Arkana beschreiben archetypische Entwicklungsphasen und innere Prozesse. Werden sie mit astrologischen Qualitäten in Beziehung gesetzt, können sich zusätzliche Deutungsebenen öffnen, die ein Reading präziser und zugleich geerdeter machen.
Wie in den anderen Artikeln dieser Reihe orientiere ich mich an der plausiblen Zuordnung nach Hajo Banzhaf, die sich an der modernen Astrologie ausrichtet. Auch hier gilt: Diese Verbindung ist eine Einladung zur Reflexion, kein festes Regelwerk. Spüre selbst, was für dich stimmig ist.
In diesem Artikel richte ich den Blick auf die Verbindung von der Tarotkarte IX – Der Eremit und dem Tierkreiszeichen Steinbock.
Der Eremit im Tarot – Rückzug mit Ausrichtung
Die Tarotkarte Der Eremit steht für Rückzug, innere Sammlung und Treue zur eigenen Wahrheit. Er zieht sich nicht zurück, um der Welt zu entkommen, sondern um Klarheit zu gewinnen. Sein Weg ist bewusst gewählt, nicht reaktiv.
Im Tarot verweist der Eremit unter anderem auf:
Der Eremit sucht keine schnellen Antworten. Er geht Schritt für Schritt und folgt dem, was sich als tragfähig erweist. Erkenntnis entsteht hier nicht durch Austausch, sondern durch Verdichtung.
Das Tierkreiszeichen Steinbock – Verantwortung und Struktur
Der Steinbock gehört zum Element Erde und bringt eine nüchterne, realitätsbezogene Qualität mit. Seine Aufmerksamkeit richtet sich auf Verantwortung, Verlässlichkeit und langfristige Entwicklung.
Zu seinen Stärken zählen:
Herausfordernd wird diese Qualität, wenn Beweglichkeit verloren geht:
Der Steinbock möchte tragen, halten und aufbauen. Seine Lernaufgabe liegt darin, Struktur nicht mit Unverrückbarkeit zu verwechseln.
Wenn Steinbock und Eremit sich im Reading begegnen
Trifft die Steinbock-Energie im Reading auf den Eremiten, bekommt der Rückzug Bodenhaftung. Erkenntnisse bleiben nicht abstrakt, sondern wollen umgesetzt werden – ruhig, konsequent und realistisch.
Diese Verbindung unterstützt:
Der Rückzug des Eremiten wird durch den Steinbock nicht passiv, sondern zielgerichtet. Es geht nicht um endloses Grübeln, sondern um bewusste Ausrichtung und konsequentes Handeln.
Gleichzeitig liegt hier eine Herausforderung: Wird Disziplin wichtiger als innere Wahrheit, kann der Weg erstarren. Dann wird weitergemacht, obwohl eine innere Korrektur nötig wäre.
Je nach Legung und Fragestellung zeigt sich diese Verbindung als tragfähige Klarheit – oder als Hinweis, innezuhalten und neu zu justieren.
Mögliche unterstützende Impulse
Mögliche herausfordernde Impulse
Vertiefende Fragen für deine Tarotlegung
Die Verbindung von Steinbock und Eremit kann dein Reading um folgende Fragen erweitern:
Astrologie und Tarot eröffnen hier einen stillen, sehr konzentrierten Deutungsraum. Diese Verbindung erinnert daran, dass innere Wahrheit Zeit braucht – und dass Klarheit dann tragfähig wird, wenn sie gelebt werden kann.
Wenn du magst, nutze diese Impulse als Begleitung für deine Readings. Nicht als Vorgabe, sondern als Einladung zur bewussten Ausrichtung.