
LUNAR MAGIC ORAKEL // Rezension von Petra Baum
Erschienen im Königsfurt-Urania Verlag.
Manchmal genügt ein erster Blick, um zu wissen, dass ein Kartenset eine eigene Welt eröffnet. Beim Lunar Magic Orakel von Alice Kendall, erschienen im Königsfurt-Urania Verlag, ist genau das der Fall. Schon die Gestaltung der Box vermittelt unmittelbar, worum es hier geht: um den Mond, seine Magie, seine Zyklen und seine stille Kraft. Farben, Symbole und Details greifen dieses Thema so selbstverständlich auf, dass man fast das Gefühl hat, bereits vor dem Öffnen in einen nächtlichen, mondbeschienenen Raum einzutreten.
Nimmt man die Karten heraus, bestätigt sich dieser Eindruck sofort. Sie sind sehr groß, aus festem Material, angenehm schwer und von einer ruhigen, matten Oberfläche, die den Blick nicht ablenkt, sondern sammelt. Der Goldrand verleiht ihnen eine besondere Wertigkeit und unterstreicht den magischen Charakter des Sets. Alles fühlt sich stimmig und hochwertig an.
Die Bildsprache ist verwunschen, mystisch und zugleich sehr liebevoll. Die Dunkelheit begleitet jede Karte, der Mond ist immer spürbar präsent - auch wenn er nicht immer sichtbar ist. Er ist verbindendes Element, das alle Karten miteinander verwebt. Dadurch entsteht ein Orakel, das sich geschlossen anfühlt, obwohl es inhaltlich sehr vielfältig ist.
Gerade diese Vielfalt empfinde ich als eine der großen Stärken des Lunar Magic Orakels. Es vereint unterschiedliche Mondthemen auf harmonische Weise: Mondkarten mit den verschiedenen Mondphasen, Mondtiere, Mondgöttinnen, Mondpflanzen und die zwölf Vollmonde des Jahres, die den einzelnen Monaten zugeordnet sind. Vom Wolfsmond im Januar über den Erdbeermond im Juni bis hin zum kalten Mond im Dezember spannt sich ein Jahreskreis, der sowohl intuitiv als auch zyklisch gelesen werden kann. Dadurch eröffnen sich viele Zugänge – von spontanen Impulsen bis hin zur begleitenden Arbeit über längere Zeiträume.
Das Begleitbuch vertieft diese Erfahrung noch einmal spürbar. Es ist nicht nur optisch sehr schön gestaltet, sondern auch inhaltlich außergewöhnlich ausführlich. Die Karten werden nicht auf kurze Schlagworte reduziert, sondern in ihrer Bedeutung und vor allem in ihrer spirituellen Botschaft entfaltet. Man wird eingeladen, sich mit der Karte zu verbinden, ihre Weisheit aufzunehmen und Impulse aus der Mondenergie mitzunehmen. Dadurch entsteht ein Gefühl von Tiefe und Mystik.
Gerne stelle ich einige Karten vor, die ihre Botschaft auf sehr klare, zugleich sanfte Weise transportieren. Der Delfin etwa steht für Freude, Erfolg, Leichtigkeit und Wohlbefinden. Seine Energie ist offen, positiv und fast ansteckend. Er erinnert daran, dass Glück kein fernes Ziel sein muss, sondern sich oft in den kleinen, lebendigen Momenten zeigt – und dass sich Dinge manchmal ganz selbstverständlich zum Guten wenden dürfen.
Auch der blaue Mond wirkt wie ein leiser, kosmischer Wink. Er steht für seltene Gelegenheiten, übernimmt die Besonderheit eines zweiten Vollmondes in einem Monat symbolisch als zweite Chancen und erfüllbare Wünsche. Diese Karte trägt eine besondere Glücksqualität in sich und ermutigt dazu, sich auf das Ungewisse einzulassen, wenn sich eine Tür öffnet – gerade dann, wenn man zögert.
Sehr spannend finde ich zudem die Mondpflanzen. Die Kokosnuss hätte ich im ersten Moment nicht intuitiv mit dem Mond in Verbindung gebracht. Umso stärker hat mich ihre Beschreibung und die Unteratützung von Ganesha abgeholt. Sie steht für Lösungen, für das Auflösen von Hindernissen und für Unterstützung auf dem eigenen Weg. Ihre Botschaft vermittelt Zuversicht und das Vertrauen, dass Hilfe oft näher ist, als man denkt.
Insgesamt entsteht der Eindruck eines Orakels, das nicht nur vielfältig, sondern auch sehr stimmig ist. Die Verbindung aus hochwertiger Gestaltung, tiefgehenden Texten und den unterschiedlichen Mondthemen macht das Lunar Magic Orakel zu einem Begleiter, der sehr inspiriert. Ein Orakel, das nicht laut spricht – sondern in leisen, magischen Bildern erinnert, dass alles im Leben seine Zeit hat.



